Hauptsache: Stress – 06.11.26 – 19:30
6 November um 19:30 – 23:00
mit Kathrin Fischer, Jandra Böttger & Claas Oberstadt
Wir sind mit einem Büchertisch dabei.
The Pitt«, »The Bear«, »The Studio« – Serien, die den Puls erhöhen, sorgen mittlerweile für Entspannung. Die eigene Unruhe findet in ihnen einen äußeren Gegenstand, an den sie sich kurzzeitig heften kann. Doch woher kommt der Stress? Wann wurde er zum Ritterschlag des beschäftigten Menschen?
Stress ist eine kollektive, unbewusste Affektregulation des Durchhaltens, des Weitermachens, des kontrollierten Kontrollverlusts. Das gestresste Selbst wird von Verspannung aufrecht gehalten. Mit einer Lockerung droht der Zusammenbruch. So besehen ist Stress auch eine Spielart des Ungefühlten: Die Gefühle sind nicht weg, sie bleiben jedoch unter der Oberfläche des durchgetakteten Alltags. Stress ist Unruhe, doch nicht im Sinne politischer Unruhen. Er bleibt individuell, politische Unruhen gibt es nur im Plural.
